CIRCUS of FASHION Kaska Hass Couture

Warum Modedesign?

Mich treibt der Gestaltungswille an, Menschen schön, dynamisch und eigenwillig zu kleiden. Anregung dafür finde ich beim Theater, wenn Charaktere genau auf den Punkt gebracht werden, inspiriert werde ich aber auch von alltäglichen Geschehnissen, insbesondere durch die Art, wie wir unsere Kleidung tragen, um ihr eine nie alltägliche Bedeutung zu geben.

Für welchen Modestil stehst Du?

Für den Stil der Überraschungen und des starken individuellen Ausdrucks, sowohl für Frauen als auch für Männer. Meine Contemporary Couture lebt vom Balanceakt der lässigen Eleganz, Sportlichkeit und modernem Lifestyle, frei nach dem Motto „capturing the mood of the moment“.

Von welchem Designer fühlst Du Dich inspiriert?

Wegen ihrer alles über den Haufen werfenden Schnitttechnik inspirierte mich Rei Kawakubo von Comme de Garçons; wegen seiner sinnlichen Theatralik faszinierte mich Christian Lacroix; wegen seiner großzügigen Übertriebenheiten ist John Galliano für mich in Ausdruck, Stil und Handwerk immer noch ein echter Modekünstler – und Karl Lagerfeld ist und bleibt eine pure Inspirationsquelle ob seiner schier unerschöpflichen Gestaltungskraft.

Warum Berlin?

Oops! Das frage ich mich auch manchmal, denn die mich antreibenden Modeverrücktheiten sehe ich eher in London und das Faible und Savoir faire für Couture in Paris. Auch die Kaufkraft ist oft noch weit von Berlin entfernt. Dennoch mag ich den Puls dieser Stadt, diesen Zustand des nie ganz Fertigen und des beständigen Werden Wollens. Für die Zukunft hoffe ich auf eine intelligente, sozial und kulturell vielseitige Stadtentwicklung. So habe ich jetzt meinen Anker an einem der für mich schönsten Plätze und an einem historisch bedeutenden Ort geworfen, inmitten von Handwerkern und Kreativen, am Engelbecken, der Schnittstelle von Kreuzberg und Berlin Mitte. Hier kommen mehr und mehr modemutige Neu-Berliner aus aller Damen und Herren Länder ohne Schwellenhemmung in meinen Showroom mit Laden und Atelier.

Was sollte Deiner Meinung nach jeder im Kleiderschrank haben?

Schöne Stöffchen in feinster Qualität und wenn möglich immer öfter auch mehr grün.

Welche ist Deine Lieblings-Modeepoche?

Fast immer die Gegenwart und ein bisschen die Zukunft, das wird sich aber später erst beweisen. Schöpfen tue ich aber auch aus vergangenen Zeiten, bei Frauen besonders aus den Epochen der Aufklärung und der Selbstbefreiung aus eingefleischten Geschlechterrollen, also zu Zeiten des Empire oder den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Bei den Männern finde ich die Zeit vor der Aufklärung anziehend, weil da die Mode auch in Farbe „gedacht“ wurde. Vor allem aber sind es in jeder Epoche die starken Individuen, die mich faszinieren.

Nenne uns Deine 3 No-Go´s in Sachen Mode.

Erstens, einem Trend nachzueifern, der nichts mit dir zu tun hat. Zweitens, ein 08/15-Business-Anzug mit weißem gestärkten Hemd, gemusterter Seidenkrawatte und weißer Blüte am Revers. Und drittens, Uniformen jeglicher Art.

Wo auf der Welt trägt man schon Deine Mode?

Hochzeiten in KASKA HASS Contemporary Couture wurden bereits auf den Malediven, auf Ibiza und den Seychellen gefeiert, in Neuseeland, den USA, in Österreich und der Schweiz gaben sich Brautpaare in meinen Modellen das Jawort – aber auch in München, Wien und so manches mal in Berlin und seiner ländlichen Umgebung, in allen möglichen Konstellationen und über die Geschlechtergrenzen hinweg. Dann auf dem roten Teppich des Berliner Presseballs, und – sogar mit „grüner“ Zertifizierung – im Teatro La Fenice in Venedig.