CIRCUS of FASHION - BRACHMANN Jennifer Brachmann - Foto Joachim Blobel

Liebe Jennifer, warum Modedesign?

Im Modedesign ist der Weg von der Idee über den Entwurf hin zum fertigen Designmuster sehr schnell. So kann man eigene Ideen kompromisslos umsetzen, und man sieht auch sehr schnell, was funktioniert. Wenn Du am Morgen mit einer Idee aufwachst, kann das Modell am Abend in einer ersten Version schon auf der Puppe hängen. Das ist schon toll.

Für welchen Modestil stehst Du?

Ich stehe für eine Modernisierung der Klassiker der Männermode, wobei es mir zum einen um das Design neuer Kleidungsstücke geht, indem ich Hybride entwerfe wie zum Beispiel Cross-Over aus Hemd und Cutaway oder Smoking und Sakko. Zum anderen geht es mir um die Arbeit am Detail wie zum Beispiel neue Kragenformen beim Hemd.

Von welchem Designer fühlst Du Dich inspiriert?

Ich bin im Design sehr inspiriert von den Vätern des Bauhauses, also von Walter Gropius und Mies van der Rohe. Wenn es um Modedesign geht, gefallen mir die Kollektionen von Raf Simons und Chris van Asche derzeit sehr gut, die sind sehr klar und minimalistisch.

Warum Berlin?

In Berlin herrscht so eine besondere Stimmung. Berlin ist ein Melting-Pot unendlich vieler Kulturen, Stile und Disziplinen. Hier gibt es immer starke Spannungen und Kontraste, es gibt so eine vibrierende, nervöse und produktive Grundstimmung. Daneben bietet Berlin für junge deutsche Modelabel sehr gute Entwicklungsbedingungen wie zum Beispiel sehr gute Vernetzungsmöglichkeiten mit dem Modebusiness, viele Dienstleister, eine super Kreativszene, im internationalen und auch nationalen Vergleich noch günstige Kosten, aber auch eine in Deutschland ganz einzigartige Wirtschaftsförderung, um nur ein paar Vorteile zu nennen.

Was sollte Deiner Meinung nach jeder im Kleiderschrank haben?

Ein paar Basics, also bei den Männern Anzug, Hemden, Trenchcoat, und dazu noch ein paar ausgefallene Teile, um das Outfit zu stylen und besonders zu machen.

Welche ist Deine Lieblings-Modeepoche?

Mode und Epoche in einem Wort! Ich weiß nicht, eigentlich lebe ich immer in der Gegenwart und gucke, wie es von hier aus am besten weitergeht.

Nenne uns Deine 3 No-Go´s in Sachen Mode.

Ich spreche mal für Frauen und Männer:  Es ist immer eine Frage, wer was trägt, es  muß zum Stil der Person passen und authentisch sein. Aber eine Sache geht für mich gar nicht, das sind große Logodrucke.

Wo auf der Welt trägt man schon Deine Mode?

Hauptsächlich in Europa. Ein paar Teile habe ich aber schon nach Asien und Amerika verkaufen können.

 

Jennifer Brachmann wurde fotografiert von Joachim Blobel.